NLB: Vorschau Saison 2017/18

Die NLB der Damen wird wie in jedem Jahr wohl eine grosse Wundertüte bleiben. Auf dem Papier lassen sich aber klare Favoriten und Kellerkinder ausmachen.

Ladystrike.com wagt die Prognose für die anstehende Saison.

Die Hot Chilis haben sich am Czech Open in "Meisterschaftsform" gebracht (Foto: www.flickr.com/hot-chilis)
Die Hot Chilis haben sich am Czech Open in „Meisterschaftsform“ gebracht (Foto: www.flickr.com/hot-chilis)

Hot Chilis
Eigentlich hätten die Chilis schon in der letzten Saison einen genügend starken Kader gehabt, damit der Aufstieg realisiert werden kann. Dann scheiterten die Rümlangerinnen, wie eigentlich immer, im Halbfinale. Und der Aufstieg war wieder nur ein Wunschszenario.
Sportchef und Trainer Stephan Wächter hat dann noch einmal investiert und konnte auf dem Transfermarkt kräftig zuschlagen. Der Kader ist so gut besetzt, dass er auch in der NLA bestehen könnte. Der Aufstieg muss das Ziel sein und die Chilis sind der Kronfavorit auf den NLB-Titel.
Scheitern können die Zürcherinnen eigentlich nur an sich selber. Wie viele Häuptlinge verträgt eine Mannschaft?

UHC Laupen
Schaut man sich den Werdegang des UHC Laupen etwas genauer an, dann sind die Parallelen zu den Skorpions Emmental mehr als deutlich. Nicht nur die grüne Trikotfarbe, sondern auch die starke Verwurzelung im Dorf, die vielen eigenen Talente und die Erfolge in der U21A deuten darauf hin, dass die NLB für Laupen nur eine Transportstrecke sein wird. Gelingt der direkte Aufstieg gegen oben oder sind die Chilis doch noch zu stark? Mit Andrea Wildermuth betritt eines der grössten Schweizer Talente endlich das Rampenlicht der Nationalliga. Wir sind sicher, dass sie auch hier mit den Gegnerinnen machen wird, was sie will.
Stolperstein könnte einzig sein, dass die wirklich guten Spielerinnen des Kaders mit der U21A eine Doppelbelastung haben werden. Wie lange wird dies gut gehen?

Basel Regio
Basel Regio galt immer als eine der schwächsten NLB-Mannschaften bei den Damen. Der Abstieg wurde oftmals nur knapp umgangen. Doch in Basel wurde gearbeitet und transferiert. Der finnische Headcoach Aarno Niemi und Neo-Sportchefin Sarah Schäfer haben ganze Arbeit geleistet und in Finnland fünf Spielerinnen geholt. Auch im Nachwuchsbereich scheint einiges zu gehen, an den Vorbereitungsturnieren haben die Baslerinnen bei der U21 gross aufgespielt.
In den Testspielen sei einiges an Struktur und System erkennbar gewesen. Es gibt also Anzeichen, dass Basel Regio sich endlich in der NLB vorne behaupten kann. Dies wäre für die Unihockeyschweiz eine gute Sache. Stolpern kann Basel nur dann, wenn die Finninnen Heimweh bekommen und wenn die Kultur des Verlierens schon zu tief verwurzelt ist.

UH Lejon Zäziwil
Lejon Zäziwil bildet Spielerinnen aus, bietet Spielerinnen, welche in die NLA wollen, eine Plattform für Spielpraxis und gestandenen NLA-Spielerinnen eine Möglichkeit, die Karriere auf gutem Niveau ausklingen zu lassen. Der NLB-Titel soll einmal geholt werden, Aufstiegsambitionen sind aktuell nicht vorhanden.
Seit dem Aufstieg hat Lejon immer Playoffs gespielt und auch in diesem Jahr werden die Zäziwilerinnen vorne mitspielen. Wie bereit sind die Löwinnen, dann wirklich voll einzusteigen, wenn es hart auf hart geht und richtig weh tut?

FB Riders
Gefühlt sind die FB Riders so weit von der NLA entfernt wie schon lange nicht mehr. Der Aufstieg von Laupen hat einige Abgänge mit sich gezogen und Sandra Kuster hat den Schritt in die NLA gewagt. Dafür wurde Sarah Altwegg reaktiviert und mit Iris Brünn konnte das grösste Talent gehalten werden.
Dürnten wird auch in der kommenden Saison ein „ekliger“ Gegner sein, gegen den Niemand gerne antreten will. Die Riders werden ein Wort um die Playoffs mitreden, die Konkurrenz aus Laupen und Rümlang scheint aber zu stark zu sein, so dass der Aufstieg im dritten Versuch wieder nicht klappt.

Mendrisiotto
Chris von Rohr forderte einst „Meh Dräck“. Diese Aufforderung scheint „ennet“ dem Gotthard angekommen zu sein. Nicht mit technischen Finessen, sondern mit gradlinigem und physisch starkem Spiel „rumpelte“ sich Mendrisiotto durch die erste NLB-Saison. Nicht nur die „altbackene“ Halle und der weite Anreiseweg waren Gründe, weshalb die Auswärtsspiele im Tessin wohl eher unbeliebt waren.
Mit Frida Svensson, Andrea Dernerova und Martina Babackova konnten drei ausländische Verstärkungsspielerinnen geholt werden, die erst zeigen müssen, dass sie in der Nationalliga bestehen können. Ansonsten wird das Team von Adela Zulji und Eva Ratti getragen, die beide über Erfahrung aus der NLA verfügen.
Mendrisiotto wird auch im 2017 nicht mit Schönspiel überzeugen, dafür bis zum Umfallen kämpfen. Der fehlende Nachwuchs wird sich weiterhin negativ auswirken.

Floorball Uri
Regula Arnold, Regula Arnold und noch einmal Regula Arnold. Das Team wird beinahe nur durch die ehemalige Schweizer Internationale getragen. Mit Pavlina Vacinova und den beiden „Unihockey-Touristinnen“ Miia Saari und Laura Kulla stehen drei Ausländerinnen im Kader. Ansonsten fallen vor allem die Gnos-Schwestern oder Captain Sabrina Girotto auf.
Uri wird es wohl auch in der kommenden Saison schwer haben in der NLB. Headcoach Roger Metry muss versuchen, mit dem doch noch jungen Team einen sauberen und ruhigen Aufbau vorzunehmen. Grosse Stricke werden aber nicht verrissen werden.

UHC Trimbach
Im Mai 2017 haben wir geschrieben, dass bisher noch keine positiven Signale aus Trimbach zu vernehmen waren. In der Zwischenzeit wurde ein Cupspiel gegen ein Zweitliga-Kleinfeld Team mehr oder weniger souverän mit 11:3 gewonnen. Zuzüge und Abgänge wurden keine vermeldet, aufgrund der Homepage lässt sich erahnen, dass das Gros des Kaders zusammen geblieben ist.
Mit Corinne Eisler ist die wichtigste Spielerin der Aufstiegssaison weg. Vor allem Torhüterin Evelyn Sigrist, welche in der 1. Liga teilweise eine unbezwingbare Wand war und Skorerin Andrea Rütimann werden das Team tragen müssen. Bis am 08.10.2017 wird das Team sieben Spiele gespielt haben – wie dies mit dem dünnen Kader und ohne grosse Erfahrung aus Doppelrunden bewältigt wird, wird spannend zu sehen sein. Trimbach wird wohl am Tabellenende zu finden sein.

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