NLB: Reguläre Saison und Vorschau Playoffs

Fast hätten wir mit unserer Saisonvorschau einen Volltreffer gelandet. Alle Positionen richtig, nur die Riders und Lejon haben gerade die Plätze getauscht. Mit den Voraussetzungen, welche die Damen NLB Tippenden bietet, keine schlechte Quote. Vor den Playoffs ist es an der Zeit, auf die reguläre Saison zurückzublicken und Tipps für die Playoffs abzugeben.

Die Vorzeichen in der Serie zwischen den Hot Chilis und Trimbach sind klar (Foto: www.flickr.com/hot-chilis)

Hot Chilis
Bei den Hot Chilis sah es lange Zeit nach einem soliden Start-Ziel-Sieg aus, doch dann kam irgendwann mit dem Jahreswechsel auch der Einbruch. Trotzdem konnten sich die Zürcherinnen an der Tabellenspitze halten.
Der Chilis-Kader ist stark besetzt, die Defensive spielt solide, die Offensive konnte sich am zweitmeisten Tore gutschreiben lassen. Und vielleicht war die Formkrise zu Jahresbeginn Gold wert für die kommenden Spiele: Die Chilis haben die Krise bereits hinter sich und können vielleicht gestärkt daraus hervorgehen.
Für die Chilis ist das erste Ziel klar: Nicht erneut in den Halbfinals scheitern. Das wäre für die ambitionierten Rümlangerinnen beinahe schon ein Debakel.
Im Viertelfinale wartet aber erst einmal der UHC Trimbach. Diese Hürde müsste eigentlich problemlos zu meistern sein. Immerhin haben die Zürcherinnen ganze 50! Punkte mehr geholt als Trimbach.

UHC Laupen
Die Doppelbelastung NLB und U21A ging bisher erstaunlich gut. Dies wohl auch dank einem so grossen Kader, dass Coach Yves Kempf teilweise mit vier Linien spielen liess. Immerhin hat sich Laupen damit den Qualisieg in der U21A geholt und sich in der Premierensaison in der NLB gleich auf Rang 2 eingereiht.
Man braucht kein grosser Prophet zu sein, um voraus zu sagen, dass der Laupener Fokus in den kommenden Wochen auf der Verteidigung des Meistertitels in der U21 liegen wird. Der Aufstieg in die NLA kann ja dann auch noch in einem oder zwei Jahren realisiert werden. Mit Heimvorteilen in beiden Serien wäre es aber trotzdem möglich, Spielerinnen in beiden Teams einzusetzen.
Grundsätzlich dürfte auch für Laupen das Viertelfinale kein allzu grosses Problem sein. Gegner Uri wurde in der bisherigen Meisterschaft bereits drei Mal bezwungen.

Basel Regio
Basel Regio hat sich endlich in der Damen NLB etabliert. Aarno Niemi dürfte seinen Auftrag des Aufbaus damit schon fast abgeschlossen haben. Und auch wenn es in diesem Jahr noch geballte Finnenpower brauchte, die Juniorinnenabteilung scheint auch langsam auf Touren zu kommen. Mit dem sicheren dritten Rang in der Tabelle ist das Loslösen vom Tabellenkeller mehr als nur gelungen.
Basel Regio könnte damit der lachende Dritte werden, falls bei Laupen der Tank aufgrund der Doppelbelastung langsam leer werden sollte.
Die Viertelfinals werden für Basel Regio keine leichte Angelegenheit. Mendrisiotto ist physisch stark und wird Basel Regio einen knochenharten Kampf liefern. Zudem kommen die Reisestrapazen von fast 300 Kilometern pro Weg.

FB Riders
Der Saisonverlauf der Riders war ein stetiges Auf und Ab. Am Schluss holten sich die Zürcher Oberländerinnen aber doch den Playoff-Heimvorteil. Dies wohl auch deshalb, da immer mal wieder einer der „grossen“ Gegner bezwungen werden konnte. Und im letzten Spiel der regulären Saison wurde dann auch noch Lejon geschlagen, der Playoff-Gegner.
Wir werden das Gefühl nicht ganz los, dass mit den Riders im Verlauf der Playoffs noch zu rechnen ist. Könnte das Team mit dem aktuell längsten Namen auch den längsten Atem haben und zum Schluss als Underdog den Hot Chilis so richtig in die Suppe spucken?
Möglich ist aber auch, dass bereits die Hürde Lejon Endstation bedeutet. Keine Serie ist so offen wie das Duell zwischen Lejon und den Riders. Mit Blick in die Glaskugel: Der Sieger von Spiel eins gewinnt dann auch die Serie.

UH Lejon
Lejon hat es selber gesagt: Ambitionen auf einen Aufstieg sind keine vorhanden und nach dem Abgang der wichtigsten Skorer fehlte auch oft die nötige Konsequenz vor dem Tor. Und trotzdem ist der fünfte Rang wohl eine Enttäuschung im Emmental, denn genug Breite im Kader hätte vorhanden sein müssen.
Lejon hat bisher noch nie eine erste Playoff-Serie überstanden. Mit etwas Glück könnte es in diesem Jahr deshalb eine Premiere geben.
Wie bereits bei den Riders ausgeführt: der Start in die Serie wird entscheidend sein. Und Lejon hat nach schlechten Spielen bisher immer den Turnaround geschafft und ein gutes Spiel aufs Parkett gezaubert. Gelingt dies, dann könnte die eingangs erwähnte Unbeschwertheit zum Zünglein an der Waage werden.

Mendrisiotto
Dank einer überragenden Simona Teggi (33 Skorerpunkte) und zwei skorenden Ausländerinnen haben sich die Tessinerinnen auf den sechsten Tabellenrang gekämpft. Mehr liegt mit dem Potential im Team und auch in der Region nicht drin. Die Frage „Wie lange geht dies noch gut?“ stellt sich halt immer noch. In dieser Saison ging es noch gut, was kommt dann?
Viertelfinale, Ligaerhalt, Kosten gespart für weitere weite Reisen. Dies dürfte wohl das Fazit sein nach der anstehenden Serie.
Im Viertelfinale wartet mit Basel der am weitesten entfernte Gegner. Die Anreise sollte sich eigentlich negativ auf die Resultate auswirken, doch Basel und Mendrisiotto haben in dieser Saison bewiesen, dass das Reisen Punkte bringt. In diesem Duell hat nämlich immer das Auswärtsteam gewonnen. Geht diese Serie weiter, ziehen die Tessinerinnen ins Halbfinale ein.

FB Uri
Uri hat ganze zwölf Punkte mehr geholt in dieser Saison als im vergangenen Jahr. Dies auch dank den neun Punkten gegen das Schlusslicht aus Trimbach. Läuft alles nach Plan, dürfte am kommenden Sonntag der Ligaerhalt feststehen. Und dann sind die talentierten Juniorinnen im nächsten Jahr älter und erfahrener und der Aufbau kann weiter gehen.
Uri hat in den kommenden Spielen nichts mehr zu verlieren. Ein Aufstieg in die NLA ist nicht angestrebt. Das Feld von hinten aufrollen und dann schauen was drin liegt oder halt früh in die Ferien. Beides gute Optionen.
Mit einer Regula Arnold in Hochform und gegen ein Laupen, welches sich mehr auf die U21 konzentriert liegt für Uri eine kleine Sensation in Griffweite. Dafür müsste am kommenden Wochenende aber alles stimmen. Ansonsten darf sich Uri in die Sommerferien verabschieden.

UHC Trimbach
Auch wenn man es zu Beginn der Saison in Trimbach nicht gerne hörte: nur Zizers hatte nach einer NLB-Saison weniger Punkte auf dem Konto als Trimbach. Die Solothurnerinnen mussten also nach zwei Aufstiegen in Folge in der NLB arg unten durch und bezahlten sehr viel Lehrgeld. Im weiteren Verlauf der Saison wird es nun darum gehen, den Ligaerhalt zu schaffen.
Die wichtigsten Spiele für Trimbach werden im März auf dem Programm stehen. Bis dorthin geht es darum, das Selbstvertrauen wieder zu finden. Gegen ein 1. Liga-Team, welches nach einer erfolgreichen Saison in die Playoffs steigt, dürfte dies ein zentraler Faktor sein.
Im Viertelfinale wird für Trimbach nichts zu holen sein. Zu solide dürften die Chilis agieren.

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